Sanierung des Herrenhauses in drei Bauphasen

 

„Nicht das Beginnen wird belohnt,
sondern einzig und allein das Durchhalten.“

Katharina von Siena

 
Bevor nun der 3. und letzte Bauabschnitt am Herrenhaus beginnt, sind einige Voraussetzungen insbesondere zu Statik, Heizung und zum Kellergewölbe zu klären. In der Zwischenzeit werden weitere Fassadensanierungen vorgezogen (Fassaden am Nordgiebel des Herrenhauses, am Alten Markt und in der Großehofstraße).

 

März 2024

Beendigung des Bauabschnittes „Treppenhaus“: Die Restaurierung des mehr als 250 Jahre alten Treppenhauses ist abgeschlossen. Die denkmalgerechte, technische und bauliche Sanierung hatte deutlich mehr fachliche und zeitliche Herausforderungen als vorgesehen. Mit zweieinhalb Jahren Bauzeit übertraf der Sanierungsaufwand bei Weitem unsere  Vorstellungen.

 

Oktober 2023

Fachgerecht kompetent und mit viel Liebe zum Detail wurde inzwischen das gesamte Treppenhaus restauriert. In den nächsten Wochen werden wir am Geländer und an den Wänden Probeanstriche vornehmen und danach die Farbgestaltung endgültig festlegen.



Auch die Wohnungs- und Haustüren wurden entsprechend dem historischen Vorbild erneuert. Die Türgriffe wurden nach alten Modellen von vor 1830 originalgetreu nachgegossen.



 

Juli 2023

Das historische Treppengeländer hat nach Entfernung alter Anstriche eine neue Grundierung erhalten. Alle 72 Stufen der alten Eichenstiege sind von Hand geschliffen, ausgebessert und mit denkmalgerechtem Firnis versiegelt worden.

Schritt für Schritt der Vollendung entgegen. Renovierung und Sanierung benötigen erheblich mehr Zeitbedarf als veranschlagt.



 

März 2023

Im Eingangsbereich des Herrenhauses konnten endlich die neuen Bodenplatten aus Solling-Sandstein verlegt werden. Die langen, kalten und sehr nassen Wintermonate hatten die Fertigstellung des Fußbodens und die restliche Lehmverputzung des hinteren Treppenhauses bis in die letzten Märztage verzögert. Der gediegene Wesersandstein ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Baumaterial in der Region und noch heute in vielen historischen Gebäuden zu finden.



 

Dezember 2022

Die farbtechnische Grundierung der Treppenhauswände schreitet voran. Wenige Tage vor Weihnachten konnte bei frostfreiem Wetter (endlich) der Beton ausgebracht werden ( vier Wochen Durchtrocknungszeit).


 

November 2022

Parallel zum Treppenhaus wird der Fußboden bis 60 cm tief ausgekoffert ( keine Unterkellerung), um für die neu zu verlegenden denkmalgerechten roten Sollingsteine eine 15 cm dicke Betonschicht einzuziehen.


 

September 2022

Die Treppenhaussanierung schreitet voran. Der Lehmputz ist aufgebracht und alle Leitungen liegen nun unter Putz. In aufwändiger Handarbeit wird das historische Treppenhausgeländer von altem Lack befreit und neu grundiert.



 

Juni 2022

Derzeit werden umfangreiche und denkmalgerechte Zimmererarbeiten am Treppenaufgang durchgeführt. Ausgetretene Treppenstufen werden ausgewechselt und das Geländer wird gesichert.


Darüberhinaus ist die komplette Hauselektrik auf den heutigen Stand gebracht worden. Über 80 Jahre alte Überputz-Stromleitungen wurden durch neue Kabel ersetzt. Die neuen Leitungen werden nun aufwändig unter Putz in der Lehmwand verlegt.

 

März 2022

Für eine denkmalgerechte Sanierung musste der Untergrund von Farbschichten freigelegt und ausgebessert werden. Die ursprünglich verwendeten Materialien waren Stroh und Lehm aus dem direkten Umfeld der Stadt Hameln, also Baustoffe, die heute wieder als umweltfreundlich und nachhaltig entdeckt werden. Für die Renovierung des Treppenhauses konnten Handwerksfirmen gewonnen werden, die auf Naturlehmverarbeitung spezialisiert sind.


 

Dezember 2021

Seit September 2021 werden umfangreiche Vorarbeiten für die Treppenhaussanierung im Herrenhaus vorgenommen. Dazu wird die Statik des mehr als 250 Jahre alten Treppenhauses überprüft. Wände, Treppenstufen und Treppengeländer werden renoviert und gestrichen. Außerdem werden Hauselektrik und Treppenhausbeleuchtung modernisiert.



 

September 2021

Planung/Vorbereitung des 3. Bauabschnitts: Die Fotos zeigen den uralten Dachstuhl mit Lehmdecken und schweren Dachbalken aus Eiche. Sie haben bis zu 12 Metern Länge (ohne Zwischenauflage!), wiegen jeweils eine Tonne und stammen teilweise aus dem Jahr 1533, wie dendrologische Untersuchungen ergeben haben.

 

Juni 2021:

Beendigung des 2. Bauabschnitts: Das Frühjahr hat, durch das Wetter begünstigt, einen guten Teil der Pandemie- und Winterpause wieder auffangen können. Der Innenhof, lange eine Großbaustelle und ein Hindernislauf für die Mieter, konnte bis auf ein paar nachlaufende Arbeiten in den vergangenen Wochen fertiggestellt werden.


Der Südgiebel mit denkmalgerechten neuen Fenstern und die Frontseite des Hauses erscheinen in völlig neuem Glanz. Bauherr, Architekt und Denkmalschutz sind höchst zufrieden mit dem Ergebnis des abgeschlossenen 2. Bauabschnitts.

Dies wurde erneut zum Anlaß genommen, den Handwerkerfirmen mit einer kleinen Brotzeit zu danken.




 

März 2021:

Der lange, kalte und sehr schneereiche Winter 2020/2021 hat die Baustelle bis Ostern nahezu zum Erliegen gebracht. Insbesondere die  Fassadensanierung und der Einbau der weiteren Fenster mussten auf den April verschoben werden. Lediglich großflächige Mauersteinausbesserungen wurden vorgenommen und der Dachboden über dem Treppenhaus begehbar gestaltet.



 

Dezember 2020:

Die Coronapandemie und die deutlich höheren Schäden in der Fassadenstruktur haben auch unsere Sanierung in 2020 um mehrere Monate zurückgeworfen.  Die Problematik der Lieferketten hat bei der denkmalgerechten Fensterproduktion und der Wesersandstein-Ersatzlieferung die Verzögerung noch erhöht. Jetzt endlich können die neuen Fenster eingebaut werden.


Auch die „Napoleonflanke“ – so nennen wir die Bauschäden durch die französische Besatzung vor 200 Jahren (s.u.) – haben wir zum Jahresende restaurieren können.

 

Oktober 2020:

Endlich gerüstfrei! Mehr als ein Jahr wurde gebaut. Jetzt kehrt vorübergehend wieder Ruhe ein im Redenhof bis zum Beginn des dritten Bauabschnitts.




Interessant: Während der Fassadensanierung wurden bauliche Besonderheiten an der südöstlichen Ecke des Herrenhauses sichtbar. Während die südwestliche Hausecke im Renaissancestil auf ihrer ganzen Höhe durch Quader betont ist, fehlt diese klassische Ansichtskante auf der südöstlichen Ecke im unteren Bereich. Stattdessen sind unregelmäßig Bruchsteine und Ziegel eingefügt. Sogar ein Hohlraum ist erkennbar. Die meterdicke Hauswand ist vermutlich beschädigt und eilig repariert worden.

Könnten die Mauerschäden mit der Sprengung des Stadtmauerturms vor 200 Jahren zu tun haben? 1808 wurde auf Befehl Napoleons der gesamte Festungsring geschleift. Wo der Turm (Archivraum der Familie) stand, befindet sich heute das schmiedeeisernde Tor am Ostertorwall. (Modelldarstellung aus „Adel im Weserraum“, Dr. V. Lüpkes, H. Borggrefe, 1996)

Es ist naheliegend, dass der umstürzende Turm nicht nur die Hausecke, sondern auch die Renaissance-Utlucht zerstört hat, die sich früher am Südgiebel befand. Nachdem der Mauerputz entfernt worden war,  zeigte sich ein großer Bereich, in dem die Hauswand mit Ziegelsteinen ausgebessert worden ist. Die Hausecke  soll nun wieder in ihren Originalzustand gebracht werden. Überlegungen zur Wiederherstellung der Utlucht werden solange zurückgestellt, wie die Wohnung vermietet ist.

 

September 2020:

Der Südgiebel und der Innenhof werden Etage für Etage vom Gerüst befreit. Auch in der Großen-Hof-Straße sind die Arbeiten fast abgeschlossen. Das Dach erstrahlt in neuer Schönheit.





 

August 2020:

Am Dach des Herrenhauses kann das Gerüst teilweise bereits abgebaut werden. Die Dachsanierung ist abgeschlossen.


Neue Standarten krönen das Herrenhaus. Nur eine der alten Wetterfahnen hatte sich durch die Jahrhunderte erhalten. Das Kupferblech war stark verwittert und wies Einschusslöcher auf – ob sie im 2. Weltkrieg oder während der napoleonischen Besetzung entstanden, ist unklar. Um dem historischen Original möglichst treu zu bleiben, bilden die neuen Wetterfahnen die ursprüngliche Form genau ab – ergänzt durch Initialen und Jahreszahlen in Renaissance-Antiqua.



 

Juni 2020:

Beendigung des 1. Bauabschnitts: Die Dachsanierung ist abgeschlossen, die Wände werden neu verfugt und die Fenster neu eingefügt. Das muss gefeiert werden.

 

Frühjahr 2020:

Mit aufwändigen Detailarbeiten werden Gebälk und Dachdeckung wieder instand gesetzt.

 

Vorfrühling 2020:

Die seit 100 Jahren nicht vorhandene Renaissance-Muschel am Nordgiebel wird wieder aufgesetzt. Die Muschel am Südgiebel wird restauriert und sturmsicher befestigt.

Die Fassung des Renaissance-Giebels weist lose Steinplatten auf. Sämtliche Platten werden heruntergenommen, mit Mörtel unterfüttert und neu befestigt.

 

Winter 2019/2020:

Neue Dachsparren werden eingezogen und das komplette Dach wird neu gedeckt. Um mit schwerem Gerät auf das Redenhofgelände vordringen zu können, wird vorübergehend eine Schotterrampe über das historische Pflaster des Torweges gelegt.

Die Dachsanierung am Herrenhaus beginnt. Das Jahrhunderte alte Gebälk erweist sich als erstaunlich solide. Nachdem die alten Stroh- und Lehmschichten entfernt sind, kann nun der komplette Dachboden mit energiesparender Dämmung versehen werden.

Bei der Entrümpelung des Dachbodens wird ein Schatz gehoben: Neben dem Schornstein lagerte eine Steinmetzarbeit aus dem 16. Jahrhundert, die offensichtlich nie verbaut wurde.

 

Herbst/Winter 2019:

Der Putz wird rundum abgeschlagen. So kommen manche Überraschungen ans Licht: Die sandgestrahlte Fassade in der Großehofstraße lässt Reste mittelalterlicher Fenster hervortreten.

 

Herbst 2019:

Das Herrenhaus wird eingerüstet – Auftakt zu einem Sanierungsmarathon