Sanierung des Herrenhauses

In drei Bauabschnitten wird die Außenhaut (Fassade, Dach und Fenster sowie der Dachboden) des Herrenhauses saniert (2019–2022). Einen Zeitungsbericht zum Sanierungsvorhaben vom 30. Dezember 2019 können Sie hier herunterladen. Ein Artikel der DeWeZet vom 4. Januar 2021 informiert über spannende historische Entdeckungen, die während der Arbeiten zutage traten (Download).

Dezember 2020:

Die Coronapandemie und die deutlich höheren Schäden in der Fassadenstruktur haben auch unsere Sanierung in 2020 um mehrere Monate zurückgeworfen.  Die Problematik der Lieferketten hat bei der denkmalgerechten Fensterproduktion und der Wesersandstein-Ersatzlieferung die Verzögerung noch erhöht. Jetzt endlich können die neuen Fenster eingebaut werden.


Auch die „Napoleonflanke“ – so nennen wir die Bauschäden durch die französische Besatzung vor 200 Jahren (s.u.) – haben wir zum Jahresende restaurieren können.

 

Oktober 2020:

Endlich gerüstfrei! Mehr als ein Jahr wurde gebaut. Jetzt kehrt vorübergehend wieder Ruhe ein im Redenhof bis zum Beginn des dritten Bauabschnitts.




Interessant: Während der Fassadensanierung wurden bauliche Besonderheiten an der südöstlichen Ecke des Herrenhauses sichtbar. Während die südwestliche Hausecke im Renaissancestil auf ihrer ganzen Höhe durch Quader betont ist, fehlt diese klassische Ansichtskante auf der südöstlichen Ecke im unteren Bereich. Stattdessen sind unregelmäßig Bruchsteine und Ziegel eingefügt. Sogar ein Hohlraum ist erkennbar. Die meterdicke Hauswand ist vermutlich beschädigt und eilig repariert worden.

Könnten die Mauerschäden mit der Sprengung des Stadtmauerturms vor 200 Jahren zu tun haben? 1808 wurde auf Befehl Napoleons der gesamte Festungsring geschleift. Wo der Turm (Archivraum der Familie) stand, befindet sich heute das schmiedeeisernde Tor am Ostertorwall. (Modelldarstellung aus „Adel im Weserraum“, Dr. V. Lüpkes, H. Borggrefe, 1996)

Es ist naheliegend, dass der umstürzende Turm nicht nur die Hausecke, sondern auch die Renaissance-Utlucht zerstört hat, die sich früher am Südgiebel befand. Nachdem der Mauerputz entfernt worden war,  zeigte sich ein großer Bereich, in dem die Hauswand mit Ziegelsteinen ausgebessert worden ist. Die Hausecke  soll nun wieder in ihren Originalzustand gebracht werden. Überlegungen zur Wiederherstellung der Utlucht werden solange zurückgestellt, wie die Wohnung vermietet ist.

 

September 2020:

Der Südgiebel und der Innenhof werden Etage für Etage vom Gerüst befreit. Auch in der Großen-Hof-Straße sind die Arbeiten fast abgeschlossen. Das Dach erstrahlt in neuer Schönheit.





 

August 2020:

Am Dach des Herrenhauses kann das Gerüst teilweise bereits abgebaut werden. Die Dachsanierung ist abgeschlossen.


Neue Standarten krönen das Herrenhaus. Nur eine der alten Wetterfahnen hatte sich durch die Jahrhunderte erhalten. Das Kupferblech war stark verwittert und wies Einschusslöcher auf – ob sie im 2. Weltkrieg oder während der napoleonischen Besetzung entstanden, ist unklar. Um dem historischen Original möglichst treu zu bleiben, bilden die neuen Wetterfahnen die ursprüngliche Form genau ab – ergänzt durch Initialen und Jahreszahlen in Renaissance-Antiqua.



 

Juni 2020:

Die Dachsanierung ist abgeschlossen, die Wände werden neu verfugt und die Fenster neu eingefügt. Das muss gefeiert werden.

 

Frühjahr 2020:

Mit aufwändigen Detailarbeiten werden Gebälk und Dachdeckung wieder instand gesetzt.

 

Vorfrühling 2020:

Die seit 100 Jahren nicht vorhandene Renaissance-Muschel am Nordgiebel wird wieder aufgesetzt. Die Muschel am Südgiebel wird restauriert und sturmsicher befestigt.

Die Fassung des Renaissance-Giebels weist lose Steinplatten auf. Sämtliche Platten werden heruntergenommen, mit Mörtel unterfüttert und neu befestigt.

 

Winter 2019/2020:

Neue Dachsparren werden eingezogen und das komplette Dach wird neu gedeckt. Um mit schwerem Gerät auf das Redenhofgelände vordringen zu können, wird vorübergehend eine Schotterrampe über das historische Pflaster des Torweges gelegt.

Die Dachsanierung am Herrenhaus beginnt. Das Jahrhunderte alte Gebälk erweist sich als erstaunlich solide. Nachdem die alten Stroh- und Lehmschichten entfernt sind, kann nun der komplette Dachboden mit energiesparender Dämmung versehen werden.

Bei der Entrümpelung des Dachbodens wird ein Schatz gehoben: Neben dem Schornstein lagerte eine Steinmetzarbeit aus dem 16. Jahrhundert, die offensichtlich nie verbaut wurde.

 

Herbst/Winter 2019:

Der Putz wird rundum abgeschlagen. So kommen manche Überraschungen ans Licht: Die sandgestrahlte Fassade in der Großehofstraße lässt Reste mittelalterlicher Fenster hervortreten.

 

Herbst 2019:

Das Herrenhaus wird eingerüstet – Auftakt zu einem Sanierungsmarathon

Beauftragte Baufirmen für die Sanierung 2019 bis 2021

Bauherr:
Eigentümergemeinschaft von Reden, Hameln

Architekt/Bauleitung:
fsvs-architekten Schmalisch/von Schilgen, Hameln
info@fsvs-architekten.de

Fassadensanierung:
Bernd Herrmann Bautenschutz, Hameln/Emmerthal
herrmann-bautenschutz@t-online.de

Dacheindeckung/Dachboden:
Dachdeckerei Der Dachschutz, Hameln/Coppenbrügge
info@derdachschutz.de

Dachstuhl:
S.A.M Zimmerei, Hameln
home@sam-zimmerei.de

Fensterbau:
Tischlermeister Günter Langosch, Hameln
g.langosch-hameln@t-online.de

Gerüst/Krangestellung:
Gerüstbau Schöttker, Rinteln
geruest-schoettker@t-online.de